Physiotherapie
Das Zusammenspiel von therapeutischen Behandlungen und
aktiver Bewegung oder Training sind für die Verletzungsprävention, die
Rehabilitation und die Regeneration von essenzieller Bedeutung. Eine
Sport-Physiotherapie schafft optimale gesundheitliche Voraussetzungen für einen
erfolgreichen Trainings- und Wettkampfalltag. Die intensive Zusammenarbeit
zwischen Therapeut und Sportler wirkt sehr effektiv.
Die vielfältigen Behandlungstechniken der Physiotherapie
umfassen die
Prävention
Die Prävention von Verletzungen und Überlastungsschäden erfordert genaue Kenntnisse der Belastungsarten und Bewegungsvorgänge im Sport. Physiotherapeuten erstellen bei Überlastungsschäden eine Ursachen-Folge-Analyse zur Behebung und Behandlung der Ursache.
Rehabilitation
Die Rehabilitation befasst sich mit der zielgerichteten Behandlung des verletzten Sportlers, möglichst bald nach der eingetretenen Verletzung. Der Physiotherapeut analysiert die sportartspezifische Belastung des Patienten und erarbeitet einen individuellen Rehabilitationsplan.
Regeneration
Aktive und passive Regenerationsmaßnahmen ermöglichen dem Sportler möglichst schnell wieder eine optimale Belastungsfähigkeit.
Sport-Physiotherapeuten verfügen über Kenntnisse aus Physiotherapie und Sportmedizin wie zum Beispiel
- Physiologie
- Funktionelle Anatomie
- Struktur und Funktion der Gewebe
- Sportverletzungen und Sportschäden
- Bewegungs- und Trainingslehre
- Biomechanik
- Erste Hilfe
- Rehabilitationstraining
- Spezielle Behandlungs- und Untersuchungstechniken
- Tapen, Bandagieren
- Sportpsychologie
- Massage
10 Goldene Regeln für gesundes Sporttreiben
1. Vor dem Sport eine Gesundheitsprüfung
Besonders für Anfänger und Wiedereinsteiger über 35 Jahre,
bei Vorerkrankungen oder Beschwerden und Risikofaktoren wie Rauchen,
Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes, Bewegungsmangel oder Übergewicht
gilt: Erst zum Arzt und dann zum Sport.
2. Sportbeginn mit Augenmaß
Langsam beginnen und die Belastung steigern (erst Dauer,
dann Häufigkeit und Intensität), möglichst unter Anleitung (Verein, Lauftreff,
Fitness-Studio). Zu empfehlen sind drei bis vier Einheiten in der Woche für 30
bis 40 Minuten.
3. Überbelastung beim Sport vermeiden
Nach dem Sport darf eine „angenehme" Erschöpfung
vorliegen. Laufen sollte ohne (starkes) Schnaufen möglich sein. Der Sportarzt
kann mit einer Vorgabe zum „Trainingspuls" vor Überlastungen bewahren. Besser
„länger oder locker" laufen, schwimmen oder radeln als „kurz und
heftig".
4. Nach Belastung ausreichende Erholung
Nach einer sportlichen Belastung sollte unbedingt auf eine
ausreichende Erholung (Regeneration, Schlaf) geachtet werden, nach einem
intensiven Training eine „lockere" Trainingseinheit eingeplant werden.
5. Sportpause bei Erkältung und Krankheit
Bei „Husten, Schnupfen, Heiserkeit", Fieber oder
Gliederschmerzen, Grippe oder sonstigen akuten Erkrankungen ist unbedingt eine
Sportpause notwendig, anschließend kann allmählich wieder mit dem Sport
begonnen werden. Im Zweifelsfall sollte der Rat des Sportarztes eingeholt
werden.
6. Verletzungen vorbeugen und ausheilen
Aufwärmen und Dehnen vor dem Sport zur Prävention nicht
vergessen. Verletzungen brauchen Zeit zum Ausheilen. Schmerzen sind Warnzeichen
des Körpers (keine Spritzen zum Fitmachen). Manchmal ist es sinnvoll, zum
Ausgleich vorübergehend eine andere Sportart zu betreiben.
7. Sport an Klima und Umgebung anpassen
Kleider machen Sportler: Kleidung soll angemessen,
funktionell, nicht unbedingt modisch sein. Dabei sollte auch der Luftaustausch
beachtet und an die Witterung angepasst werden. Bei Kälte: warme Kleidung,
windabweisend, durchlässig für Feuchtigkeit (Schweiß) nach außen. Bei Hitze:
Training reduzieren, Flüssigkeitszufuhr beachten. In der Höhe: verminderte
Belastbarkeit beachten, angepasste Kleidung und Trinkverhalten. Bei
Luftbelastungen (Schadstoffe, Ozon): Training reduzieren, Sport am Morgen oder
Abend.
8. Auf richtige Ernährung und Flüssigkeitszufuhr achten
Die Kost sollte kohlenhydrat- und ballaststoffreich sowie
fettarm sein („südländische Kost"). Die Menge der Kalorien ist dem
Körpergewicht anzupassen (bei Übergewicht weniger Kalorien). Flüssigkeitsverluste
sind nach dem Sport durch mineralhaltiges Wasser auszugleichen, bei Hitze muss
mehr getrunken werden.
- Merke: Bier ist kein Sportgetränk. Aber: Ein Glas Alkohol
(Wein, Bier) darf gelegentlich sein.
9. Sport an Alter und Medikamente anpassen
Sport im Alter ist sinnvoll und notwendig und sollte
vielseitig sein (Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Koordination). Medikamente
sowie deren Einnahmezeitpunkt und Dosis sind dem Sport anzupassen.
10. Sport soll Spaß machen
Auch die "Seele" lacht beim Sport. Abwechslung im
Sport ist wichtig, deshalb sollte man gelegentlich die Sportart wechseln. Mehr
Spaß hat man bei Sport in der Gruppe oder im Verein. Und der Sport im Alltag
darf nicht vergessen werden: Treppen steigen statt Aufzug fahren, zu Fuß zur
Post, zum Supermarkt oder zum Briefkasten gehen, auch schnelles Gehen (Walking)
ist Sport. Gerade Nordic Walking ist besonders zu empfehlen. Wird gewohnter
Sport anstrengend, an Erkrankung denken.
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